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  • AutorenbildBianca Kopp

Deutsche Approbation erlangen als Arzt aus dem Ausland

Aktualisiert: 9. Juni

In diesem Blog erhalten Sie einen Leitfaden zur deutschen Approbation für ausländische Ärzte und erfahren mehr über auftretende Herausforderungen.


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Deutsche Approbation erlangen als Arzt aus dem Ausland

In Deutschland als Arzt oder Ärztin zu praktizieren, erfordert eine sorgfältige Anerkennung und Zulassung durch die jeweilige deutsche Behörde der Bundesländer. Dieser Prozess ist für ausländische Ärzte oft komplex und erfordert eine klare Anleitung. In diesem Blog werden wir Ihnen einen Leitfaden zur Erlangung Ihrer deutschen Approbation als ausländischer Arzt geben und einige der Herausforderungen besprechen, die auf dem Weg auftreten können.

Die Bedeutung der Approbation

Die Approbation ist eine uneingeschränkte Berufszulassung, die in Deutschland erforderlich ist, um als Arzt oder Ärztin tätig zu sein. Sie ermöglicht es Ihnen, in jedem Bundesland Deutschlands sowohl in Festanstellung als auch als niedergelassene/r Arzt/Ärztin zu arbeiten. Für Fachärzte, die ihre ausländischen Qualifikationen in Deutschland anerkennen lassen möchten, ist die Approbation (oder Berufserlaubnis) der erste Schritt, gefolgt von der Anerkennung der Facharztqualifikation durch die jeweilige Landesärztekammer.

Berufserlaubnis oder Approbation – Wer kann was beantragen?

Je nach Herkunft bzw. Studienland können Ärzte aus dem Ausland entweder eine Approbation oder eine Berufserlaubnis beantragen:

EU- und EWR-Angehörige sowie Schweizer Bürger: Diese Gruppe hat das Recht auf ein Approbationsverfahren, das durch eine entsprechende EU-Richtlinie geregelt ist. Sie können auch eine Berufserlaubnis beantragen, obwohl dies in der Regel nicht empfohlen wird, da damit nur eine Tätigkeit in abhängiger Beschäftigung und nicht bundesweit möglich ist.

Drittstaatsangehörige: Ärzte aus Drittstaaten, die in Deutschland studiert haben oder deren Qualifikationen als erheblich förderlich für das deutsche Gesundheitssystem angesehen werden, können eine Approbation beantragen. In wenigen Fällen kann auch die Anerkennung von Qualifikationen aus einem Drittstaat zur Approbation führen. Dies erfordert jedoch eine Einzelfallprüfung. Kandidaten aus

Drittstaaten erhalten i.d.R. zunächst die Berufserlaubnis, worunter sie zwei Jahre lang als Arzt / Ärztin "unter Aufsicht eines approbierten Arztes" tätig werden dürfen. Im Laufe dessen kann bzw. muss die deutsche Approbation beantragt werden. Es besteht die Möglichkeit zur Gleichwertigkeitsprüfung oder Kenntnisprüfung zum Erhalt der Approbation.

Approbation und Berufserlaubnis – Zuständige Stellen und Unterlagen

Die deutschen Behörden stellen hohe Anforderungen an die fachliche und gesundheitliche Eignung von Ärzten, um die Qualität und Sicherheit der medizinischen Versorgung sicherzustellen. Zu den Voraussetzungen gehören:

  • Keine Verfehlungen, die die Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufs anzeigen

  • Gesundheitliche Eignung zur Berufsausübung

  • Beherrschung der deutschen Sprache

  • Erfolgreicher Abschluss eines mindestens sechsjährigen Medizinstudiums an einer wissenschaftlichen Hochschule, darunter mindestens acht bis höchstens zwölf Monate praktische Ausbildung in Krankenhäusern oder ähnlichen Einrichtungen

 

Diese Voraussetzungen müssen bei der Antragstellung nachgewiesen werden, ebenso wie der aufenthaltsrechtliche Status. Die Zuständigkeit für die Erteilung von Approbationen oder Berufserlaubnis liegt bei den Gesundheitsministerien oder untergeordneten Behörden der Bundesländer.

Übersetzungen und Beglaubigungen

Dokumente, die nicht in deutscher Sprache vorliegen, müssen von einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt werden. In der Regel werden beglaubigte Kopien der Nachweise sowie ggf. Apostille verlangt.

Kosten

Die Kosten für Anträge zur Berufserlaubnis oder Approbation variieren je nach Bundesland und Prozess sehr stark und können zwischen 400 € und 1000€ liegen. Zusätzlich müssen Sie mit Kosten für die Beglaubigungen und Übersetzungen rechnene, die sich stark unterscheiden.

Dauer eines Verfahrens

Die Dauer des Verfahrens zur Erteilung einer Berufserlaubnis beträgt in der Regel zwischen zwei und vier Monaten, wenn alle geforderten Unterlagen vorliegen.

Ein Approbationsverfahren kann hingegen rund vier bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Die Gleichwertigkeitsprüfung wird vonden Behörden mit sechs Monaten Wartezeit beziffert, dauert jedoch derzeit rund 12-24 Monate. Daher wird nicht selten ein Anwalt hinzugezogen, was zu empfehlen ist. Alternativ können Sie die Kenntnisprüfung ablegen und erhalten ca. einen Monat nach Bestehen Ihre Deutsche Approbation ausgehändigt.

Deutsche Gesetzesgrundlagen

Die Verfahren zur Erlangung der Approbation basieren auf der Bundesärzteordnung (BÄO) und der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO). Die Entscheidung über die Bewilligung Ihres Antrags läuft trotzdem über das jeweilige Bundesland.


Zusammenfassung

Die Erlangung der deutschen Approbation als ausländischer Arzt kann eine anspruchsvolle Aufgabe sein, erfordert jedoch die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen und den Nachweis Ihrer Qualifikationen. Es ist ratsam, sich frühzeitig über die spezifischen Anforderungen und Verfahren in Ihrem Bundesland zu informieren. Trotz der Herausforderungen lohnt sich der Aufwand, da die deutsche Approbation es Ihnen ermöglicht, in einem hochqualifizierten Gesundheitssystem zu arbeiten und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Für jegliche Unterstützung im Rahmen Ihrer medizinischen Karriere in Deutschland stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns über das untenstehende Kontaktformular auf.



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